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Kategorie: Reaper DAW

Eine kurze Einführung in das CLAP Audio Plugin Format …

Reaper hat vor Kurzem mit dem 6.71 Update die Unterstützung für das CLAP Plugin Format eingeführt. Aber was ist CLAP und brauchen wir neben VST, VST3, AU, AAX, etc … noch einen neuen Standard?

Quelle: bitwig.com

Sieben Jahre hat Alexandre Bique von Bitwig an dem neuen Plugin-Standard CLAP (CLever Audio Plugin API) gearbeitet und im Sommer diesen Jahres wurde Version 1.0 veröffentlicht. Zwischendurch lag das Projekt auch mal auf Eis und zum Ende hin haben ihn sein Bitwig Team und die Entwickler von U-he unterstützt. Mittlerweile gibt es schon einige Plugin-Entwickler, die das Format unterstützen und soweit ich weiß kann man es derzeit in vier DAWs nutzen: Bitwig Studio, ZRytthm, Multitrack Studio und Reaper.

Warum CLAP?

Zum einen hat CLAP den Vorteil, dass es ein Open Source Standard ist. Andere Formate sind proprietär und man muss Lizenzen bezahlen, um Plugins in den Standards zu entwickeln. Diese fallen bei CLAP nicht an.

Zum anderen hat der Entwickler Steinberg, des bekanntesten Standards VST, es sich mit vielen Entwicklern in den letzten Jahren verscherzt. Erst wurde die Unterstützung für VST2 beendet und dann wurden am VST3 Standard Änderungen vorgenommen, die nicht wirklich angekündigt wurden.

CLAP ist nicht der erste Versuch, mit einem Open Source Standard das VST-Format abzulösen. LV2 wurde 2008 ins Leben gerufen und war quasi ein Update zu dem LADSPA Plugin Format unter Linux. LADSPA war sehr limitiert und darum hat Dave Robillard LV2 veröffentlicht. LV2 ist ebenfalls Open Source und für alle drei großen Betriebssysteme verfügbar (Linux, MacOS, Windows).

LV2 hat nie den Durchbruch im Mainstream geschafft. Das Format ist in der Linux Community beliebt und verbreitet, aber unter Windows bzw. MacOS nutzt es quasi niemand und die namhaften Entwickler von bekannten Plugins ignorieren diesen Standard nahezu komplett.

Was macht CLAP besser?

Entwickler werden die neue API mögen. Sie vereint die Einfachheit von VST2 und bringt gleichzeitig neue, moderne Features, die man beispielsweise in VST3 Plugins findet und auch darüber hinaus sonst noch nirgends vorhanden sind.

Bessere Performance

Mehrere Prozessorkerne werden von Plugins und DAWs besser genutzt.

Schnelleres Scannen

Das Scannen der Plugin Library geht aufgrund von Metadaten viel schneller, als man es von bisherigen Formaten kennt.

Automation und Modulation

Per-Note Automation und Modulation (wie bei Midi 2.0) und allerlei andere Möglichkeiten der Parameter-Modulation / – Automation.

Es bleibt abzuwarten, wie die Entwickler-Community das Format aufnimmt. Wie gesagt, es gibt schon zahlreiche Plugin-Entwickler, die den neuen Standard unterstützen. Ganz vorne sind hier sicherlich Surge, Chowdhury, VCV, TAL oder auch Audiothing.

Weitere Links:

Updates der Woche – KW 48/2022

Ok, diese Woche war es wieder recht still hier … was iss’n das für’n Blog?! Naja, Vorweihnachtszeit und so. Ich habe auch wenig Musik gemacht und bin lerntechnisch nicht wirklich weiter gekommen. Dafür hat mich ein weiteres Black Friday Angebot überreden können: XLN Audio’s XO gab es kurzzeitig für weniger als die Hälfte des Originalpreises. Da musste ich zuschlagen. Ich hoffe, dass es mich ein wenig inspirieren kann…

Ich habe diese Woche Gnu Octave entdeckt. Eigentlich habe ich eine recht einfache Möglichkeit gesucht, mathematische Funktionen zu zeichnen, um diese im Blog darzustellen … und da gibt es auch einige nette Lösungen im Browser. Plötzlich fand ich mich dann im Dschungel des Internets wieder und bin hier dann auch über Octave und auch wieder mal über LaTeX gestolpert, dass ich damals im Studium schon kennen gelernt habe.

Octave (hier gibt es eine native MacOS GUI Version) ist ähnlich wie Matlab eher eine wissenschaftliche Programmiersprache, mit der man mathematische Probleme lösen und auch darstellen kann. Aber im Gegensatz zu Matlab ist Octave Open Source und kostenlos. Eigentlich hatte ich mir in meiner Audio-Programmier-Roadmap schon mehr als genug Krams zurecht gelegt … aber Gnu Octave hat mich irgendwie angefixt und daher will ich die Software auch noch lernen.

Und – wie ich letzte Woche schon erwähnt hatte – mag ich Reaper und auch diese Software will ich viel besser kennen lernen. Da hab‘ ich mir ja Einiges vorgenommen! Aber das Gute ist, dass ich somit genug Material für diesen Blog hier habe. Ich verinnerliche solche Sachen am Besten, wenn ich sie in eigenen Worten aufschreibe und das mache ich hier. D.h. in Zukunft wird hier weniger über aktuelle Software geschrieben und mehr über Reaper und Audio Programmierung (Octave, DSP, Pure Data, C++, JUCE).

Linksammlung

When AI can make Art – What does it mean for Creativity? // The Bandcamp Guide To Ride // The Death of the Key Change // Ein Old-School Web Directory mit Blogs // The Origins of Python // Eine kurze Einführung in LaTeX und TexMacs // Fokussiertes Schreiben im Browser? // Welcome to Hell, Elon // Take Care of your Blog // Photography for Geeks // The Age of Social Media is Ending // The Entire History of Reaper // How To Limit What You Say „Yes“ To // The Ultimate Guide To FFmpeg // Das war mein erster cooler Homecomputer (ich hatte vorher noch einen Uncoolen) und ich habe ihn geliebt! ///

Aktuelle Audio Software

MembraneSynth – ein freier perkussiver Synth für Mac und Win // Cassette Synth – ein neues Instrument für Spitfire LABS // Surge XT – Die Surge Module gibt es jetzt offiziell in der VCV Library // Cardinal erhält ein Update // … und Reaper ist mittlerweile auch bei Version 6.71 // Ein kostenloses Wah Pedal von Nembrini Audio // Bonnie ist ein kostenloser Drum Sampler // Caelum Audio verschenkt Roast Beef für kurze Zeit // … und PaulXStretch gibt es jetzt auch für iOS ///

Ich bin immer noch total vernarrt in Guided By Voices. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass ich das grandiose Alien Lanes Album von 1995 zum Geburtstag nächste Woche endlich auf Vinyl bekommen werde …

Damit habe ich alle meine Lieblingsalben der Band auf Platte: Vampire on Titus (1993), Bee Thousand (1994), Alien Lanes (1995), Under The Bushes… (1996). Was will man mehr? …

Updates der Woche – KW 46/2022

Diese Woche war recht turbulent und hier im Blog ist nicht allzu viel passiert. Ich habe mir einen kleinen Plan für meine Audio-Programmier-Reise aufgeschrieben, Bücher besorgt und Video Tutorials in die Lesezeichen gepackt. Ab nächste Woche will ich regelmäßig dafür lernen.

Linksammlung

The Creative Legacy of GIFs // Unselfing Social // Why is Time Management important? // Ist bestimmt kein Spaß, aber es geht: Quake auf der Apple Watch // Der wahre Grund, warum Elon Musk Twitter gekauft hat // Wie man Manjaro Linux für die Audio Produktion einrichtet // Der Raumklang einer Höhle ///

Neue kostenlose Plugins und Audio Tools

Tukan Studios hat drei neue Plugins für seine JSFX Sammlung veröffentlicht // Air | Music Edition platziert Instrumente im Stereo-Bild // Comper ist ein neuer Kompressor von Analog Obsession // Poly Ensemble CS emuliert den guten alten Korg PE-2000 // Le Phonk ist ein neues Distortion Plugin von Xynth // Oi Grandad ist ein granularer Synth für Linux, Mac, Win // … und Emergence ist ein granularer Effekt … // Reaper 6.69 Update ///

Ihr müsst viel mehr Guided By Voices hören … ernsthaft:

Reaper JSFX: Ich habe mal die besten Plugins aus dem Internet gesucht…

Seitdem man die Möglichkeit hat JSFX Plugins auch problemlos außerhalb von Reaper zu entwickeln und auch zu nutzen, bin ich mal auf die Suche gegangen und habe einige Resourcen im Netz rausgesucht, wo man kostenlos wirklich interessante JSFX Plugins bekommen kann.

Also, als erstes würde ich erstmal Reaper installieren. Das kostet nichts und wenn man die DAW überhaupt nicht nutzen will, muss man auch nach 60 Tagen nichts bezahlen. Die DAW nimmt kaum Speicherplatz weg und man bekommt dann schonmal die Standard-JSFX Plugins, die bei Reaper dabei sind.

Reaper JSFX Tutorial: 00 – Eine kleine Einführung

Ich habe vor Kurzem hier schon erwähnt, dass es in der Reaper DAW die Möglichkeit gibt, eigene Plugins zu programmieren. Die Entwickler von Reaper haben damals die Jesusonic FX Umgebung ins Leben gerufen (noch vor Reaper), um digitale Effekte zu programmieren. Und mittlerweile ist es auch möglich, diese Effekte in anderen DAWs zu entwickeln und einzusetzen.

Es gibt natürlich noch andere Ansätze dieser Art. Jules Storer hat mit SOUL eine Programmiersprache entwickelt, die beispielsweise in Waveform zum Einsatz kommt, aber auch für Hardware-Effekte interessant ist. Ich weiß allerdings nicht, ob das Projekt nicht derzeit auf Eis liegt.

Reaper DAW: Eine Liebeserklärung an die kleine Audio Workstation, die im Grunde unheimlich groß ist…

Der Markt mit Digitalen Audio Workstations ist recht übersättigt. Es gibt die großen Player, die sich am Markt etabliert haben. Es gibt die Mitläufer, die immer hinterher hetzen und versuchen etwas vom großen Kuchen zu ergattern. Und es gibt die Underdogs, die einfach seit Jahren ihr eigenes Ding machen. Reaper ist ein solcher Underdog.

Reaper 6 mit Concerto Theme

In den 90ern hat Justin Frankel Winamp programmiert. Der Media Player war ein Riesenerfolg und 1999 kaufte AOL das Teil für schlappe 100 Millionen Dollar. Frankel blieb noch ein paar Jahre im Entwicklerteam, hatte 2004 aber die Schnauze voll und gründete im selben Jahr Cockos.

Reaper DAW: Die JSFX Effekte kann man nun auch in anderen DAWs benutzen (YSFX) …

Reaper ist eine DAW, die unglaublich vielseitig ist und die man seinen eigenen Ansprüchen anpassen kann: Themes, Skripte und JSFX sind drei große Pluspunkte der DAW. Zum Thema JSFX würde ich demnächst gerne ein paar ausführliche Artikel schreiben. An dieser Stelle nur so viel: Reaper bietet in der DAW eine Umgebung, in der man eigene Effekte direkt programmieren und benutzen kann.

In der Vergangenheit ging das nur in Reaper. Innerhalb der DAW existiert neben den anderen nativen Effekten (wie ReaVerb, ReaEQ, ReaComp, …) ein Plugin, dass quasi der Container für JSFX Effekte ist. Es gibt zwar eine kleine Plugin-Sammlung (ReaPlugs), die man auch in anderen DAWs nutzen kann und dort ist auch dieser JSFX-Container (ReaJS) dabei. Aber diese Sammlung ist schon alt und funktioniert auch nur unter Windows.

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