berndwiechering.de

Menü Schließen

Die Kraft der Einschränkungen – oder wie Grenzen kreativ machen…

Einschränkungen sind eigentlich das Letzte, was man sich für ein kreatives Projekt wünscht, aber im Grunde bringen sie etliche Vorteile. Jeder kennt das Gefühl, wenn man vor einem leeren Blatt Papier sitzt und wie paralysiert ist, weil man einfach alles zeichnen oder schreiben könnte und einem deshalb die Entscheidung verdammt schwer fällt.

Einschränkungen nehmen einen Großteil dieser Optionen und damit auch die Entscheidungsparalyse, die einen schon davon abhält endlich mal mit etwas anzufangen. Out-of-the-box zu denken ist anscheinend also viel einfacher, wenn man sich erstmal in eine kleine Box einsperrt.

Grenzen setzen… (Quelle: Shutterstock)

Lange war man der Meinung, dass Grenzen oder Einschränkungen der Feind jeder kreativen Aktivität seien. Zu viele Steine im Weg könnten schon die Motivation einschnüren, überhaupt etwas Kreatives anzufangen. Allerdings hat die Wissenschaft in den letzten Jahren das Gegenteil herausgefunden. Nämlich dass zu viele Optionen paralysierend wirken können und Kreativität, Originalität und Entscheidungsfreude eng einschnüren können. Falls es nun wirklich so ist, dass zu viel Freiheit der Kreativität entgegenwirkt, dann wären Grenzen eine willkommene Option.

Der Effekt von Grenzen wurde schon des öfteren in Bezug auf verschiedene Bereiche des Lebens untersucht. Barry Schwartz hat 2004 eine Studie über den Effekt von Einschränkungen auf das psychologische Wohlbefinden eines Menschen ausgearbeitet. In seinem Buch „The Paradox Of Choice“ beschreibt er, warum zu viel Auswahl im Supermarkt und Modegeschäft den Menschen unglücklich machen kann.

Wenn wir weniger Resourcen zur Verfügung haben, sehen wir die Welt aus einem anderen Blickwinkel

Patricia Strokes, eine Psychologin der Columbia University, hat schon Anfang der 90er Jahre in einem Experiment gezeigt, dass eine straffe Einschränkung der zur Verfügung stehenden Mittel durchaus kreativere Lösungen zutage führen. In dem Versuch sollten verschiedene Teilnehmer eine Stange mit aller Kraft in eine bestimmte Richtung drücken. Ein Teil der Drückenden war es nur erlaubt mit einer Hand zu drücken.

Diese kleine Gruppe hat verschiedenste, kreative Arten des Drückens entwickelt, weil sie eben nur auf eine Hand beschränkt waren. Während die Teilnehmer, die alle Körperteile benutzen durften, alle auf die mehr oder weniger gleiche Art die Stange bewegt haben.

Kreativität zeigt sich also nicht nur im Produzieren von Dingen, sondern auch bei einfachen, praktischen Tätigkeiten, bei denen man eingeschränkte Resourcen kreativ und oftmals ungewöhnlich einsetzen muss.

Ernest Hemingway hat einmal gesagt, dass seine beste Arbeit die war, bei der es ihm nur erlaubt war, maximal sechs Wörter zu verwenden. „For sale: Baby shoes, never worn.“ Mit dieser berührenden Arbeit erschuf er ein komplett neues Genre aus Sechs-Wort-Geschichten.

Einer meiner Lieblingsautoren – Austin Kleon – ist ein hervorragendes Beispiel für Einschränkungen, zumindest in seinen berühmten Newspaper Blackout Poems.

Quelle: austinkleon.com

Er sucht sich einen Artikel aus und von dem Moment an ist er schon extrem eingeschränkt, denn er hat nur eine gewisse Anzahl an Wörtern zur Verfügung. Austin nimmt nun einen schwarzen Stift und schwärzt alle Wörter aus, die er nicht benötigt. Sodass nur seine Nachricht oder sein Gedicht stehen bleibt.

Quelle: austinkleon.com

Außerdem muss er sich über Urheberrechtsverletzungen Gedanken machen. Ähnlich wie ein Musiker der Teile eines bestehenden Musikstücks sampled, verwendet er nunmal die Arbeit anderer und er darf keinen Teil so wiedergeben, dass man auf das Original schliessen kann. Für Herrn Kleon ist das aber wieder eine weitere Einschränkung, die seine Kreativität noch mehr beflügeln. Denn je weniger Wörter er aus einem Text benutzt und so weiter diese auseinander stehen, umso unwahrscheinlicher ist es, dass er irgendwelche Copyright Streitigkeiten hinauf beschwört.

Es ist 1986, Prince sitzt im Studio und arbeitet an einem letzten Demosong für sein neuestes Album. Der Track hat Potential, aber er hat nicht mehr viel Zeit. Studios waren teuer und das Album hat schon jetzt viel zu viel Zeit gekostet. Prince schreibt den Großteil des Songs um, entfernt alles Unnötige und benutzt nur eine Linn Drum-Machine, seine Gitarre, Backing Vocals und seine Stimme. Fertig war der Song Kiss.

Wenig Zeit und nur eine Handvoll Werkzeuge halfen Prince zu dem erfolgreichen Song. Die Produzenten waren zunächst weniger begeistert. Der Song hatte keinen Bass, kein Reverb, er klingt wie ein Demo … wer will das hören? Aber aufgrund des radikal anderen Ansatzes wurde das Stück zu einem Hit.

Über 30 Jahre später, Kameras sind zu Multimedia Maschinen geworden, Bildbearbeitung kennt keine Grenzen mehr. Ein Laptop kann jedes erdenkliche Instrument perfekt simulieren. Homerecorder können perfekt klingende Songs produzieren, ohne irgendein Budget. Technologie hat uns in eine Komfortzone gepresst. Designer, Musiker, Architekten, Fotografen haben quasi keine Grenzen mehr, wie sie ihrer Kreativität Ausdruck verleihen können.

Allerdings in einer Welt, völlig übersättigt mit Informationen und mit der Möglichkeit sich mit allen und jeden mit nur einem Mausklick zu vergleichen, ist es schwerer als je zuvor. Kreative schwimmen in einem offenen Meer. Um ihnen umzu liegen tausende von möglichen Routen und hunderte von Optionen zur Auswahl. Welche soll man wählen? Wie bereits eingangs erwähnt, ist es ein Irrglaube, dass zu viel Auswahl und Freiheit fördernd ist für kreative Arbeit. Einschränkungen machen es nicht nur einfacher, sie sind essentiell, wenn es darum geht überhaupt etwas zu starten.

Wie war die Woche? – KW 34

Arbeitstechnisch war dies eine kurze Woche. Es war mal wieder ein ausgiebiges Wochenende angesagt. Das Wetter wurde gegen Mitte der Woche dann auch gut bis hochsommerlich.

Ansonsten habe ich mir diese Woche endlich die komplette V-Collection 7 von Arturia zugelegt. Aber ich habe mich für das Rent-To-Own Angebot von splice.com entschieden. Eine Art Mietkauf für Software. Jetzt besitze ich zumindest die Softwareversionen berühmter und klassischer Keyboards und Synthesizer (Mellotron, Arp2600, Minimoog, Vox Continental, Fender Rhodes, Moog Modular, Buchla Easel … etc.)

Arturia Mini V

Viel ist diese Woche nicht passiert. Frank und ich haben wieder zwei Brachialsongs für UNDAWN recorded. Dort wartet der erste Longplayer noch auf seine Fertigstellung. Aber wir hätten eventuell schon einen passenden Sänger dafür, der sich die Sachen schon angehört hat.

Gestern waren wir noch auf auf dem Jahrmarkt in Bremerhaven, den wir allerdings komplett anders in Erinnerung hatten. Dieser hier war nämlich total klein und irgendwie ungemütlich.

Zumindest hatten wir eine Menge Spaß beim Autoscooter, dort sind wir nämlich fast komplett alleine gefahren.

Heute waren dann noch zwei Flohmarktbesuche angesagt, die uns eine dekorative alte Schreibmaschine beschert haben und jede Menge Lustige Taschenbücher für den Sohn. Und wie immer war das Wochenende viel zu kurz…

Lesetipps:

Jeff Tweedy – Let’s Go (So We Can Get Back): Aufnehmen und Abstürzen mit Wilco etc.

We Have Ruined Childhood (NYTimes)

The Technology Of Kindness (Scientific American)

Ich liebe Flohmärkte

Sonntagmittag, Sonne bei knapp 30 Grad Celsius … perfektes Flohmarktwetter. Heutzutage gibt es immer mehr Flohmärkte in dieser Region. Fast jeden Sonntag kann man zu irgendeinem fahren, ohne dabei eine Weltreise unternehmen zu müssen. Heute waren gleich zwei in unserer Nähe und wir haben beide besucht.

Vielleicht zeigt es ein wenig den Überkonsum, der sicherlich von Jahr zu Jahr zunimmt. Besonders schön zu beobachten bei den vielen Ständen mit Kinderspielzeug. Man hat einfach zu viel Geld für den ganzen Krempel ausgegeben, um ihn nun ohne Weiteres auf den Müll zu werfen. Man wird ganz sicher nicht das ausgegebene Geld wieder einnehmen, aber man kann sicherlich noch jemand anderen damit glücklich machen.

Ich selber habe noch nie etwas auf einem Flohmarkt verkauft, ich bin eher der Jäger. Meistens ist Vinyl das Objekt meiner Begierde. Aber ich schaue auch nach alten Kameras oder sonstige interessante Dinge. Auch nur das Schlendern durch die dichtgepackten Gassen macht mir Freude.

Heute bin ich über mehrere alte Schreibmaschinen gestolpert, die sich gut auf dem Regal hier im Esszimmer machen würde. Wenn sie denn noch funktionieren würde, könnte ich meinen Kindern mal zeigen, wie früher geschrieben wurde … vor dem Laptop und dem Drucker.

Während ein Modell umgebaut wurde auf Schreibschrift (?) und vergoldetet Metallteile aufwies und daher auch 350,- Euro kosten sollte, konnte ich einen anderen Händler dazu überreden, mir seine gut erhaltene Olympia „Monica“ für 25,- Euro mitzugeben.

Ein kurzer Test zuhause bestätigte den recht guten Zustand, nur das Farbband muss mal erneuert werden.

Mein Sohn hat auch jedes Mal seine Freude an den Flohmarktbesuchen, da er ein großer Fan der lustigen Taschenbücher von Disney ist. Während die neuesten Ausgaben ihm jedesmal das ganze Monatstaschengeld rauben, freut er sich, wenn er auf dem Flohmarkt für das gleiche Geld sechs alte Ausgaben bekommt.

Diesen Sonntag war leider kein gutes Vinyl zu finden. Es waren auch keine Plattenhändler vor Ort. Die üblichen Kartons mit Schlagern und vielfach auch Volksmusikkrams aus den 70ern und 80ern enthielten leider keine versteckten Schätzchen, die sich in meinem Plattenregal wohlgefühlt hätten.

Am meisten Spass hatte ich bei einem Händler mit alten Videospielkonsolen und diversen Modulen dazu. Leider wusste der gute Mann, dass das Zeugs gerade wieder hip ist und wollte dementsprechend gutes Geld für seine Klassiker. Da war leider kein Schnäppchen zu machen.

Die Cassette ist zurück und warum wir uns nach vergangenem sehnen…

Tape is back! Nachdem Vinyl wieder Einzug in die Mainstream-Elektronik-Discounter gehalten hat – auch wenn es meiner Meinung nach wieder etwas weniger wird – kommt dieses Jahr das gute alte in Kunststoff verpackte Magnetband zurück. Ich war immer Fan von Tape und Vinyl, auch wenn ich für einige Jahre keine Cassetten mehr benutzt habe.

Tape (Foto von @laimannung)

Seit einigen Monaten steigen die Verkaufszahlen wieder, nachdem sie die letzten 25 Jahre quasi bei Null lagen. Die billige Compactcassette ist wieder in aller Munde und vielen TapeDecks. Aber warum ist das Format wieder hip? Warum holen so viele Leute ihre verstaubten Schuhkartons wieder unter dem Bett hervor und spulen Seite A zurück an den Anfang des Bandes und verlieren sich im Rauschen und Leiern vergangener Tage?

Für mich persönlich als Musiker war die Cassette immer eine gute Wahl und für viele experimentelle Musiker war Tape nie tot. Kein anderes Format machte es einem Künstler möglich, so günstig und einfach seine Aufnahmen an den Mann zu bringen. Lange Zeit wurde das nicht mehr gemacht, weil keiner mehr ein TapeDeck im Wohnzimmer stehen hatte und der gute alte Walkman wurde schon lange von digitalen Verwandten abgelöst. Kurzum: Keiner konnte das fleißig erstellte Werk hören.

Lange Zeit war nun die CD der Tonträger der Wahl und diese hat damals ja auch das Magnetband vom Markt verdrängt. Ebenso wie die Cassette war es dem Musiker oder auch Liebhaber möglich im eigenen Heim relativ günstig Tonträger zu erstellen und zu verbreiten. Aber die CD ist mittlerweile auch tot … einfach so, abgelöst vom rein Digitalen. Vom Sound ohne Tonträger, von Einsen und Nullen in den Telefonen der Hörer. Alle Alben der Welt sofort abrufbar. Klingt wie ein Traum, ist es aber nicht … wissen nur immer noch nicht alle.

Mehr als genug…

Der iPod hat vor vielen Monden den Walkman und Discman als portable Musikquelle abgelöst. Das mp3-Format – welches mit viel Hirnschmalz erstellte Algorithmen enthält, die aus einer Audio-Datei genau das herausnehmen, was das menschliche Ohr eh nicht wirklich hört und dadurch die Dateigröße reduziert – hat viele Vorteile gegenüber den unkomprimierten Schwestern (Audiofiles auf Audio-CDs) und den analogen Aufnahmen auf Tape. In erster Linie passt vielmehr Musik in die Hosentasche und zweitens kann man viel schneller zu dem gewünschten Titel gelangen.

Wenn es zwei Dinge gibt, die dem Menschen immer gefallen, dann ist es Komfort und mehr, mehr, mehr. Daher war der iPod damals eine herzlich willkommene Innovation.

Der erste iPod (2001) – (Quelle: Wikipedia.de)

“A thousand songs in your pocket…” war Mr. Jobs Ansage bei der Vorstellung des Gerätes und er hatte recht. Es gab natürlich auch vorher schon mp3-Player, aber keiner war leistungsfähiger, funktionaler oder schöner.

Was könnte das noch besser machen? Genau: Noch mehr! Warum tausende von Songs in der Tasche, wenn die Anzahl gegen unendlich gehen könnte? Smartphones, seit 2009 in jedermanns Tasche und auf jedem Nachttisch, sind ständig online. Sie sind also ideal, um den mp3-Player zu ersetzen. Streaming Dienste gab es schon vorher, aber auf einem Smartphone machen sie noch viel mehr Sinn. Die Anzahl der Songs beim größten Streaming Dienst Spotify beträgt derzeit 50 Millionen Titel und mittlerweile verfügt der Laden über 232 Millionen aktive User. Das ist ’ne Hausnummer.

Im Grunde ist das eine fantastische Sache. Alle Songs, die es gibt sofort abrufbar, für 10 Euro im Monat. Da kann kein Plattenladen mithalten. Auf eine Cassette passen vielleicht 30 Songs und die muss ich eventuell vorher auch noch aufnehmen (in Echtzeit). Ich kann sie nur hintereinander weg hören, in der Reihenfolge in der sie aufgezeichnet wurden und nach 30 oder 45 Minuten muss ich die Cassette auch noch umdrehen (eine Schallplatte noch viel früher). Das kann doch keiner wollen.

Wer schon mal im Supermarkt war und sich zwischen 75 verschiedenen Frühstücksflocken-Sorten entscheiden muss, kennt das Gefühl des Auswahl-Paradoxons. In The Paradox Of Choice erklärt Barry Schwartz, dass zu viele Optionen zu verschiedenen Zuständen führen, die uns am Glücklichsein hindern.

Entscheidungsparalyse: Es ist ohne Frage einfacher ein Mittagessen aus zwei Möglichkeiten zu wählen, als aus zwanzig Angeboten. Wir brauchen viel mehr Zeit zum auswählen und können uns vielfach gar nicht entscheiden.

Bedauern: Bei Millionen von Möglichkeiten, sollte doch wohl zumindest eine perfekte Auswahl dabei sein, oder? Unwahrscheinlich. Die perfekte Auswahl gibt es nunmal nicht. Aber man denkt es ist so und deswegen entsteht ein Druck und die Angst eine perfekte Option verpasst zu haben.

All dies führt zu einer Art FOMO (Fear of Missing Out: Die Angst etwas zu verpassen). FOMO gehört zum Kern der tagtäglichen Gründe fürs Unglücklichsein. Mit der Angst etwas zu verpassen können die kleinsten und absolut unrelevantesten Entscheidungen zu einer existenziellen Krise führen. Und ja, das trifft auch auf die Auswahl der zur Verfügung stehenden Musik zu. Ich persönlich habe festgestellt, dass weniger auch hier mehr ist.

Analoge Nostalgie

Wie kommt es, dass ein soziales Netzwerk extrem erfolgreich ist, indem es der digitalen Fotografie das Aussehen analoger Kameras aus vergangenen Jahrzehnten aufdrückt? Wieso gibt es tausende von Filmpresets für die gängigen Bildbearbeitungsprogramme? Wieso tauchen immer mehr digitale Plugins für die Musikproduktion auf, die den Sound von Tape, Vinyl oder den Sound von alten Schaltungen aus Mischpulten oder Kompressoren aus den 60ern und 70ern emulieren?

Kann es sein, dass die Digitaltechnik ihren Job zu gut macht? Dass alles zu perfekt klingt und viele die kleinen Unzulänglichkeiten vielleicht vermissen? Das leichte Zerren einer Cassettenaufnahme, das Knacksen einer Schallplatte und die kleinen Farbfehler eines Films in der Kamera?

Für viele sind es diese charmanten Fehler, die vergangene, analoge Technologie so interessant machen. Für andere reicht es, wenn man mit digitalen Apps diese Effekte nachbilden kann und einige fühlen sich einfach hip mit einer Polaroid Kamera um den Hals oder einem Sony Walkman am Gürtel.

Etwas zum Greifen

Ich habe digitale Musik ausprobiert. Anfangs habe ich illegal heruntergeladene Alben per Napster oder diversen anderen mittlerweile verschwundenen Diensten auf Daten-CDs archiviert. Als dann jeder DVD Player diese Formate abspielen konnte, liefen diese auch im Wohnzimmer. Später wurden Festplatten gefüllt, diese wurden dann an den Receiver angeschlossen und gehört. Aber für mich war das nicht mehr das Gleiche. Die Musik wurde quasi gesichtslos und war nichts mehr wert … in meinen Augen.

Auch wenn man für die Downloads bei Amazon oder iTunes bezahlt hatte, fühlten sie sich wertlos an. Ich muss einen Tonträger anfassen können, mir ein Artwork ansehen, die Titel lesen, die Infos zum Album lesen und eventuell sogar Texte mitlesen können. Das sage ich nur so dahin, weil es nett klingt … es ist so.

Ich will eine Schallplatte auf den Teller legen, eine Cassette ins TapeDeck oder auch eine CD in den dazugehörigen Player. Der Tonträger muss meiner sein und er muss im Regal sortiert dastehen, neben seinen alphabetischen Nachbarn. Vielen ist das sicherlich egal, aber es gibt sicher einige, die so denken und darum sind die alten Medien einfach nicht komplett totzukriegen.

Wie war die Woche? – KW 31

Anstrengend war sie und verdammt kurz … irgendwie. Viel ist hier nicht passiert. Mein Rechner ist kaputt, bzw. die Festplatte. Da muss ich mich nächste Woche als erstes drum kümmern. Ich habe meine Akustikgitarre mal wieder hervorgekramt, entstaubt und etwas gespielt. Ich versuche mich gerade an ein paar Stücken von Radiohead und Coldplay.

Wie war die Woche? – KW 30

Puh, diese Woche war heiß. Etwas zu heiß für meinen Geschmack, aber ich will mich nicht beschweren. Ich habe meinen Instagram Account wieder aktiviert – ich kann gar nicht sagen wieso, aber ich habe irgendwie Lust dort regelmäßig einige Fotos zu posten. Aber ich nutze IG nicht mit dem Smartphone, das liegt immer noch in der Schublade. Ich nutze hierfür lediglich ein Browser Plugin.

Aufgrund der Hitze war meine letzte Urlaubswoche recht faul. Viel Rumliegen im Garten und leider viel zu viel Geld für Zeugs ausgegeben: Ein Objektiv, Kameragurt, Vinyl-Scheiben, die ersten 12 Simpsons-Staffeln (ich führe meinen Sohn gerade in die Welt von Matt Groening ein) und ein paar Stop-Motion Filme auf DVD. Auf der anderen Seite habe ich auch unsere Filmschublade mal wieder aufgeräumt und mindestens 25 DVDs bzw. BluRays bei ebay eingestellt.

Fotografie ist immer noch total angesagt und ich interessiere mich immer mehr für die Videografie, speziell für Stop Motion Techniken. Mal sehen, ob ich da in Zukunft mal ein paar Sachen fertig bekomme. Wäre auch ideal für kommende Musikvideos. Das erste mound Video ist diese Woche auch fertig geworden. Jetzt im Nachhinein ärgere ich mich aber schon, dass ich da nicht etwas mehr Herzblut reingesteckt habe.

Am Freitag war noch mal ein Bandgrillen mit two-thirds von uns. Der Sänger ist im Moment viel beruflich unterwegs. Das war nice, aber ein recht entspannter Abend. Nächste Woche geht es auch mal wieder in den Proberaum … soll ja nicht mehr ganz so heiß sein.

Mein Sommer-Urlaub ist damit auch rum. Nächste Woche muss ich mich erstmal wieder an die Arbeit gewöhnen und ansonsten ist im Garten noch so einiges angefallen, mehr Musik wäre auch mal wieder nicht schlecht. Leider habe ich das Gefühl, dass mein betagter Laptop langsam schlapp macht. Er wird in letzter Zeit richtig schnell heiß, ohne große Belastung. Vielleicht liegt es ja echt nur an der Hitze im Haus. Ich hoffe … etwas Neues war für dieses Jahr noch nicht geplant.

Lesetipps

Minimalism

The Attention Diet

Mein persönlicher Testbericht zu der Canon Eos 550D – oder, wer kauft sich denn eine so alte Kamera?

Retro-Kameras sind ja gerade wieder chic – eigentlich schon länger. Aber mit Retro-Kameras meine ich wirklich alte Kameras, solche die schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben und die ihre Blütezeit in den 60ern, 70ern und 80ern des letzten Jahrhunderts hatten. Außerdem sollte es sich hierbei um analoge Filmkameras handeln – total hip! Steh‘ ich auch drauf.

Nicht umsonst bauen viele Hersteller ihre aktuellen spiegellosen Systemkameras genau nach diesen Vorbildern (Fuji, Olympus, …). Auch wenn diese digital funktionieren, sehen sie zumindest retro aus. Was ist aber mit einer Kamera, die ungefähr neun Jahre alt ist? Ziemlich uncool, eigentlich. Die Canon EOS 550D ist genau solch eine Kamera. Die Markteinführung war im Frühjahr 2010 und der Neupreis lag damals bei 800-900 Euro.

Der Sensor verfügt über ganze 18 Megapixel und das Teil ist komplett aus Plastik … füllt sich zumindest so an. Der aktuelle 2nd-Hand Guide 2019/2020 des foto Magazins schreibt, dass der Straßenpreis momentan bei 120,- Euro liegt. Nach einer Recherche meinerseits liegt der Body-Preis bei ebay im Schnitt bei ca. 140-150 Euro. Ich habe einen gut erhaltenen Body inklusive Kit-Objektiv (18-55mm) und Telezoom (75-300mm) für 180,- Euro bekommen.

Vor einigen Jahren besaß ich schon eine 550d (oder Rebel T2i, wie sie in Amerika heißt) und es war meine letzte DSLR, die ich – nachdem ich sie Fallen ließ – defekt verkauft hatte. Ich mochte diese und daher ist solch ein Modell nun wieder in meinem Besitz. Ich sehe einfach nicht ein, warum ich für ein Hobby gleich zwischen 500 und 800 Euro für ein aktuelles Model ausgeben soll – in der Hoffnung, dass diese gebrauchte Kamera nicht nach einigen Wochen den Geist aufgibt.

Aktuelle Modelle dieser gehobenen Einsteigerklasse von Canon verfügen über 24 Megapixel, das macht für mich keinen großen Unterschied. Der Sensor der 550D ist ein DIGIC 4 CMOS Sensor und das aktuelle Modell verfügt bereits über einen DIGIC 7 CMOS Sensor. Das sagt zwar nichts über die Bildqualität, aber hinsichtlich Autofokus und Prozessorgeschwindigkeit … kann ich aber mit leben. Ok, beweglicher LCD Bildschirm wäre gut und der Autofokus könnte etwas schneller sein, aber das wäre mir nicht so viel Geld wert.

Nach dem Kauf hatte ich die 550D gleich mit an der Ostsee, zusammen mit dem berühmten 18-55mm Kit-Objektiv. Wieder zuhause am Rechner kam dann schnell die Ernüchterung. Auch wenn meine Fuji X-M1 ebenfalls schon zum alten Eisen gehört, sind die Bilder mit Fuji’s Kit (16-50) schon qualitativ höher, was Schärfe angeht. Das liegt aber auch am Bildstabilisator des Fuji Glases. Mein Canon Pendant verfügt über keine Stabilisator. Außerdem sehen die Bilder out-of-cam bei der Fuji schon netter aus, weil diese ein paar Film Presets an Bord hat.

Aus diesem Grund war meine erste zusätzliche Anschaffung für die Canon das berühmte „Nifty Fifty„, das günstige 50mm f1.8 Festbrennweiten-Objektiv von Canon, dass es mittlerweile in der dritten Generation gibt. Für gut 100 Euros ist dieses Objektiv unschlagbar. Ohne Frage eine Plastikdose, die man auf keine Fall fallen lassen sollte, aber für den Preis bekommt man keine bessere Bildqualität.

Damals besaß ich die zweite Generation, dass 50mm f1.8 II und Canon hat die neueste Inkarnation definitiv verbessert. Es sieht wertiger aus, verfügt zumindest an den empfindlichen Stellen über etwas Metall und der Motor ist leiser geworden (ein Segen). Dies Glas kann ich ohne Frage empfehlen.

Das Telezoom (75-300mm) habe ich noch nicht wirklich ausgiebig getestet, weil solch ein Zoom bei mir fast nie zum Einsatz kommt.

Des Weiteren mag ich die Videofunktionen der 550D. Auch wenn FullHD Video schon lange Standard ist (eigentlich schon 4K), war das vor neun Jahren noch nicht unbedingt überall der Fall. Man kann zwar nur 12 Minuten am Stück aufnehmen und der Aufnahmechip wird auch schnell mal heiß, aber die Tatsache, dass man in 30fps oder auch 24fps aufnehmen kann, gefällt. Außerdem gibt es einen externen Mikrofon-Eingang, was auch nicht selbstverständlich ist.

Und die Haptik? Ganz wichtig ist für mich auch, wie die Kamera in der Hand liegt und wie sie sich bedienen läßt. Die Canon EOS Reihe ist nicht wirklich „schön“, aber sie lassen sich einfach gut halten beim Fotografieren. Auch wenn die 550D eine Plastikkamera ist, hat sie an gewissen Stellen einen rauen gummiartigen Überzug, der sich gut anfühlt und einem Halt gibt. 😉

Die Tasten liegen an der richtigen Stelle und man verstellt eigentlich nicht ganz aus Versehen. Der LCD Bildschirm ist angenehm groß und im 3:2 Format. Der Sucher ist nichts Besonderes – wenn ich hier an den Sucher der Olympus OM-1 denke … Aber es gibt zumindest einen und das ist gut.

Wie gesagt, ich mag diese etwas betagte digitale Spiegelreflexkamera. Man bekommt ausreichend Technik und Komfort zum kleinen Preis und wenn man dann noch das günstige 50mm Objektiv von Canon dazu kauft, hat man ein Setup für knapp 250 Euro, dass ich jedem Einsteiger und auch ambitionierten Hobbyfotografen nur ans Herz legen kann. Empfehlenswert ist allerdings beim Gebrauchtkauf zu wissen, wieviele Auslösungen die Kamera hinter sich hat, weil irgendwann die Mechanik aufgibt. Es gibt Tools für PC oder Mac zum Auslesen der Auslösungen, wenn diese in Richtung 10.000 gehen würde ich auf jeden Fall vom Kauf abraten.

Falls dann die Ansprüche doch irgendwann noch steigen, kann man immer noch hochwertige Gläser dazu kaufen. Denn ein anständiges Objektiv ist immer noch wichtiger als die Kamera dahinter.

Einige schnelle Beispielaufnahmen der Canon EOS 550D:

50mm | f4.0 | 1/80sek | ISO200
50mm | f2.8 | 1/160sek | ISO100
50mm | f1.8 | 1/2000sek | ISO100
50mm | f1.8 | 1/500sek | ISO100
35mm | f20.0 | 1/200sek | ISO100

55mm | f20.0 | 1/80sek | ISO640

Ernährungsumstellung – Experiment #02 Log

Am 22.07.2019 habe ich beschlossen meine Ernährung drastisch umzustellen … zum Besseren, denke ich – zunächst erstmal für mindestens 21 Tage. Was danach kommt und wie es läuft sieht man hier.

Schon nach nichtmal einer Woche habe ich das Experiment abgebrochen. Abgefahren, wie schwach der eigene Wille manchmal ist.

Tag 01

Völliger Fehlstart … um 10.00h schon abgehakt. Läuft bei mir…

Tag 02

Reboot. Nochmal von vorne. Heute war es so extrem heiß, dass ich dem McFlurry um 15.00h nicht widerstehen konnte. Fängt echt gut an.

Tag 03

Schon besser, morgens gab es nur Obst, mittags ein Eintopf aus Fenchel, Linsen und Curry (fein, fein) und nachmittags dann doch eine Limo. Abends etwas Vollkornbrot, allerdings mit Aufschnitt. Ich bin kurz davor das Ganze sein zu lassen…

Tag 04

Ok, das kriege ich im Moment absolut nicht so auf die Reihe, wie ich es eigentlich geplant habe … abgebrochen.

Der erste „richtige“ Videoclip von mound ist im Kasten und Netz…

Bisher haben wir nur immer irgendwelche Bilder als Videohintergrund genutzt, um etwas Visuelles für unsere Songs anzubieten. Aber jetzt haben wir Ernst gemacht, teures Video-Equipment gekauft, etliche Tutorials durchgearbeitet und uns in hochkomplexe Software zur Bearbeitung digitaler Videodateien eingearbeitet. In wochenlanger Vorbereitung haben wir Skripte und Storyboards angefertigt, um eine subtile Darstellung der wichtigen Message des Songs zu vollenden.

Naja, für’s erste Video ist es ganz ok geworden. Nochmals „Vielen Dank“ an Emma, Lenny und Luis für’s Schauspielern 😉 Voller Stolz präsentieren wir „Nymphomaniac“ von der aktuellen EP „Sugar Cotton Clouds“:

Wie war die Woche? – KW 29

Die meisten Tage dieser Wochen haben wir zu viert an der Ostsee verbracht, genauer gesagt auf Fehmarn. Das war herrlich, auch wenn das Wetter nicht allzu nett war. Interessant war, dass es dort auch einen Jimi Hendrix Gedenkstein gibt. Anfang September 1970 hatte er dort seinen letzten Festival-Auftritt bei dem Love-And-Peace-Festival und sein letzter Auftritt war dann zehn Tage später in einem Jazz Club in London.

Google Maps Fehmarn…

Und genau da, wo damals die Bühne des Festivals stand, steht heute ein Gedenkstein mit Hendrix‘ Stratocaster reingemeißelt. Logischerweise mussten wir da gleich hin. Leider hatte ich da meine Kamera nicht dabei.

Auf dem Rückweg durch Schleswig Holstein haben wir dann noch den einzigen Baum mit einer eigenen Postanschrift besucht. Die Bräutigams-Eiche bei Eutin. Die Briefe, die dorthin geschickt werden, findet man in einem großen Astloch, dass man über eine Leiter erreicht. Die Briefe kann jeder lesen.

Immer noch auf dem Heimweg von der Ostsee machten wir einen weiteren Zwischenstopp in Bremen, in einem Mediamarkt. Der Grund dieses Aufenthalts ist mir entfallen, aber dort gab es das letzte Sonic Youth Album „The Eternal“ auf Vinyl zu einem bezahlbaren Preis. Immer wenn ich im Netz danach gestöbert habe, war es unbezahlbar. Ein nettes Mitbringsel aus Bremen.

Wieder in Nordenham ging es es erst einmal in den Garten zum Entspannen, Grillen und Rasenmähen und am nächsten Tag an die Nordsee, für einen direkten Vergleich. 1:0 für die Ostsee. Sehr empfehlenswert ist die neue Adventure-Golf Anlage in Burhave.

Am Samstag Abend war Filmabend auf dem heimischen Sofa und wir haben (für mich zum zweiten mal) das Wes Anderson Meisterwerk „Isle Of Dogs“ geschaut. Großartig, selbst die Kinder fanden den gut.

Heute war dann nochmal Kinotag. Der neue Spiderman … war ganz ok. Morgen beginnt dann die letzte Urlaubswoche und Ernährungsumstellung…

Lesetipps

Why the Depth Year Was My Best Year

Abracadabra – The Complete Story of the Beatles‘ Revolver (free ebook)

Shot on iPhone – Christopher Anderson (großartiges Video über die Nutzung der Dinge, die man zur Hand hat, Licht und Found Objects), man muss ja nicht zwingend mit einem Smartphone fotografieren).

Time Flies

77 Life Rules For Photographers

© 2019 berndwiechering.de. Alle Rechte vorbehalten.

Thema von Anders Norén.