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von Bernd Wiechering

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Kategorie: Persönliches (Seite 1 von 2)

Wie war die Woche? – KW 34

Arbeitstechnisch war dies eine kurze Woche. Es war mal wieder ein ausgiebiges Wochenende angesagt. Das Wetter wurde gegen Mitte der Woche dann auch gut bis hochsommerlich.

Ansonsten habe ich mir diese Woche endlich die komplette V-Collection 7 von Arturia zugelegt. Aber ich habe mich für das Rent-To-Own Angebot von splice.com entschieden. Eine Art Mietkauf für Software. Jetzt besitze ich zumindest die Softwareversionen berühmter und klassischer Keyboards und Synthesizer (Mellotron, Arp2600, Minimoog, Vox Continental, Fender Rhodes, Moog Modular, Buchla Easel … etc.)

Arturia Mini V

Viel ist diese Woche nicht passiert. Frank und ich haben wieder zwei Brachialsongs für UNDAWN recorded. Dort wartet der erste Longplayer noch auf seine Fertigstellung. Aber wir hätten eventuell schon einen passenden Sänger dafür, der sich die Sachen schon angehört hat.

Gestern waren wir noch auf auf dem Jahrmarkt in Bremerhaven, den wir allerdings komplett anders in Erinnerung hatten. Dieser hier war nämlich total klein und irgendwie ungemütlich.

Zumindest hatten wir eine Menge Spaß beim Autoscooter, dort sind wir nämlich fast komplett alleine gefahren.

Heute waren dann noch zwei Flohmarktbesuche angesagt, die uns eine dekorative alte Schreibmaschine beschert haben und jede Menge Lustige Taschenbücher für den Sohn. Und wie immer war das Wochenende viel zu kurz…

Lesetipps:

Jeff Tweedy – Let’s Go (So We Can Get Back): Aufnehmen und Abstürzen mit Wilco etc.

We Have Ruined Childhood (NYTimes)

The Technology Of Kindness (Scientific American)

Die Cassette ist zurück und warum wir uns nach vergangenem sehnen…

Tape is back! Nachdem Vinyl wieder Einzug in die Mainstream-Elektronik-Discounter gehalten hat – auch wenn es meiner Meinung nach wieder etwas weniger wird – kommt dieses Jahr das gute alte in Kunststoff verpackte Magnetband zurück. Ich war immer Fan von Tape und Vinyl, auch wenn ich für einige Jahre keine Cassetten mehr benutzt habe.

Tape (Foto von @laimannung)

Seit einigen Monaten steigen die Verkaufszahlen wieder, nachdem sie die letzten 25 Jahre quasi bei Null lagen. Die billige Compactcassette ist wieder in aller Munde und vielen TapeDecks. Aber warum ist das Format wieder hip? Warum holen so viele Leute ihre verstaubten Schuhkartons wieder unter dem Bett hervor und spulen Seite A zurück an den Anfang des Bandes und verlieren sich im Rauschen und Leiern vergangener Tage?

Für mich persönlich als Musiker war die Cassette immer eine gute Wahl und für viele experimentelle Musiker war Tape nie tot. Kein anderes Format machte es einem Künstler möglich, so günstig und einfach seine Aufnahmen an den Mann zu bringen. Lange Zeit wurde das nicht mehr gemacht, weil keiner mehr ein TapeDeck im Wohnzimmer stehen hatte und der gute alte Walkman wurde schon lange von digitalen Verwandten abgelöst. Kurzum: Keiner konnte das fleißig erstellte Werk hören.

Lange Zeit war nun die CD der Tonträger der Wahl und diese hat damals ja auch das Magnetband vom Markt verdrängt. Ebenso wie die Cassette war es dem Musiker oder auch Liebhaber möglich im eigenen Heim relativ günstig Tonträger zu erstellen und zu verbreiten. Aber die CD ist mittlerweile auch tot … einfach so, abgelöst vom rein Digitalen. Vom Sound ohne Tonträger, von Einsen und Nullen in den Telefonen der Hörer. Alle Alben der Welt sofort abrufbar. Klingt wie ein Traum, ist es aber nicht … wissen nur immer noch nicht alle.

Mehr als genug…

Der iPod hat vor vielen Monden den Walkman und Discman als portable Musikquelle abgelöst. Das mp3-Format – welches mit viel Hirnschmalz erstellte Algorithmen enthält, die aus einer Audio-Datei genau das herausnehmen, was das menschliche Ohr eh nicht wirklich hört und dadurch die Dateigröße reduziert – hat viele Vorteile gegenüber den unkomprimierten Schwestern (Audiofiles auf Audio-CDs) und den analogen Aufnahmen auf Tape. In erster Linie passt vielmehr Musik in die Hosentasche und zweitens kann man viel schneller zu dem gewünschten Titel gelangen.

Wenn es zwei Dinge gibt, die dem Menschen immer gefallen, dann ist es Komfort und mehr, mehr, mehr. Daher war der iPod damals eine herzlich willkommene Innovation.

Der erste iPod (2001) – (Quelle: Wikipedia.de)

“A thousand songs in your pocket…” war Mr. Jobs Ansage bei der Vorstellung des Gerätes und er hatte recht. Es gab natürlich auch vorher schon mp3-Player, aber keiner war leistungsfähiger, funktionaler oder schöner.

Was könnte das noch besser machen? Genau: Noch mehr! Warum tausende von Songs in der Tasche, wenn die Anzahl gegen unendlich gehen könnte? Smartphones, seit 2009 in jedermanns Tasche und auf jedem Nachttisch, sind ständig online. Sie sind also ideal, um den mp3-Player zu ersetzen. Streaming Dienste gab es schon vorher, aber auf einem Smartphone machen sie noch viel mehr Sinn. Die Anzahl der Songs beim größten Streaming Dienst Spotify beträgt derzeit 50 Millionen Titel und mittlerweile verfügt der Laden über 232 Millionen aktive User. Das ist ’ne Hausnummer.

Im Grunde ist das eine fantastische Sache. Alle Songs, die es gibt sofort abrufbar, für 10 Euro im Monat. Da kann kein Plattenladen mithalten. Auf eine Cassette passen vielleicht 30 Songs und die muss ich eventuell vorher auch noch aufnehmen (in Echtzeit). Ich kann sie nur hintereinander weg hören, in der Reihenfolge in der sie aufgezeichnet wurden und nach 30 oder 45 Minuten muss ich die Cassette auch noch umdrehen (eine Schallplatte noch viel früher). Das kann doch keiner wollen.

Wer schon mal im Supermarkt war und sich zwischen 75 verschiedenen Frühstücksflocken-Sorten entscheiden muss, kennt das Gefühl des Auswahl-Paradoxons. In The Paradox Of Choice erklärt Barry Schwartz, dass zu viele Optionen zu verschiedenen Zuständen führen, die uns am Glücklichsein hindern.

Entscheidungsparalyse: Es ist ohne Frage einfacher ein Mittagessen aus zwei Möglichkeiten zu wählen, als aus zwanzig Angeboten. Wir brauchen viel mehr Zeit zum auswählen und können uns vielfach gar nicht entscheiden.

Bedauern: Bei Millionen von Möglichkeiten, sollte doch wohl zumindest eine perfekte Auswahl dabei sein, oder? Unwahrscheinlich. Die perfekte Auswahl gibt es nunmal nicht. Aber man denkt es ist so und deswegen entsteht ein Druck und die Angst eine perfekte Option verpasst zu haben.

All dies führt zu einer Art FOMO (Fear of Missing Out: Die Angst etwas zu verpassen). FOMO gehört zum Kern der tagtäglichen Gründe fürs Unglücklichsein. Mit der Angst etwas zu verpassen können die kleinsten und absolut unrelevantesten Entscheidungen zu einer existenziellen Krise führen. Und ja, das trifft auch auf die Auswahl der zur Verfügung stehenden Musik zu. Ich persönlich habe festgestellt, dass weniger auch hier mehr ist.

Analoge Nostalgie

Wie kommt es, dass ein soziales Netzwerk extrem erfolgreich ist, indem es der digitalen Fotografie das Aussehen analoger Kameras aus vergangenen Jahrzehnten aufdrückt? Wieso gibt es tausende von Filmpresets für die gängigen Bildbearbeitungsprogramme? Wieso tauchen immer mehr digitale Plugins für die Musikproduktion auf, die den Sound von Tape, Vinyl oder den Sound von alten Schaltungen aus Mischpulten oder Kompressoren aus den 60ern und 70ern emulieren?

Kann es sein, dass die Digitaltechnik ihren Job zu gut macht? Dass alles zu perfekt klingt und viele die kleinen Unzulänglichkeiten vielleicht vermissen? Das leichte Zerren einer Cassettenaufnahme, das Knacksen einer Schallplatte und die kleinen Farbfehler eines Films in der Kamera?

Für viele sind es diese charmanten Fehler, die vergangene, analoge Technologie so interessant machen. Für andere reicht es, wenn man mit digitalen Apps diese Effekte nachbilden kann und einige fühlen sich einfach hip mit einer Polaroid Kamera um den Hals oder einem Sony Walkman am Gürtel.

Etwas zum Greifen

Ich habe digitale Musik ausprobiert. Anfangs habe ich illegal heruntergeladene Alben per Napster oder diversen anderen mittlerweile verschwundenen Diensten auf Daten-CDs archiviert. Als dann jeder DVD Player diese Formate abspielen konnte, liefen diese auch im Wohnzimmer. Später wurden Festplatten gefüllt, diese wurden dann an den Receiver angeschlossen und gehört. Aber für mich war das nicht mehr das Gleiche. Die Musik wurde quasi gesichtslos und war nichts mehr wert … in meinen Augen.

Auch wenn man für die Downloads bei Amazon oder iTunes bezahlt hatte, fühlten sie sich wertlos an. Ich muss einen Tonträger anfassen können, mir ein Artwork ansehen, die Titel lesen, die Infos zum Album lesen und eventuell sogar Texte mitlesen können. Das sage ich nur so dahin, weil es nett klingt … es ist so.

Ich will eine Schallplatte auf den Teller legen, eine Cassette ins TapeDeck oder auch eine CD in den dazugehörigen Player. Der Tonträger muss meiner sein und er muss im Regal sortiert dastehen, neben seinen alphabetischen Nachbarn. Vielen ist das sicherlich egal, aber es gibt sicher einige, die so denken und darum sind die alten Medien einfach nicht komplett totzukriegen.

Wie war die Woche? – KW 31

Anstrengend war sie und verdammt kurz … irgendwie. Viel ist hier nicht passiert. Mein Rechner ist kaputt, bzw. die Festplatte. Da muss ich mich nächste Woche als erstes drum kümmern. Ich habe meine Akustikgitarre mal wieder hervorgekramt, entstaubt und etwas gespielt. Ich versuche mich gerade an ein paar Stücken von Radiohead und Coldplay.

Wie war die Woche? – KW 30

Puh, diese Woche war heiß. Etwas zu heiß für meinen Geschmack, aber ich will mich nicht beschweren. Ich habe meinen Instagram Account wieder aktiviert – ich kann gar nicht sagen wieso, aber ich habe irgendwie Lust dort regelmäßig einige Fotos zu posten. Aber ich nutze IG nicht mit dem Smartphone, das liegt immer noch in der Schublade. Ich nutze hierfür lediglich ein Browser Plugin.

Aufgrund der Hitze war meine letzte Urlaubswoche recht faul. Viel Rumliegen im Garten und leider viel zu viel Geld für Zeugs ausgegeben: Ein Objektiv, Kameragurt, Vinyl-Scheiben, die ersten 12 Simpsons-Staffeln (ich führe meinen Sohn gerade in die Welt von Matt Groening ein) und ein paar Stop-Motion Filme auf DVD. Auf der anderen Seite habe ich auch unsere Filmschublade mal wieder aufgeräumt und mindestens 25 DVDs bzw. BluRays bei ebay eingestellt.

Fotografie ist immer noch total angesagt und ich interessiere mich immer mehr für die Videografie, speziell für Stop Motion Techniken. Mal sehen, ob ich da in Zukunft mal ein paar Sachen fertig bekomme. Wäre auch ideal für kommende Musikvideos. Das erste mound Video ist diese Woche auch fertig geworden. Jetzt im Nachhinein ärgere ich mich aber schon, dass ich da nicht etwas mehr Herzblut reingesteckt habe.

Am Freitag war noch mal ein Bandgrillen mit two-thirds von uns. Der Sänger ist im Moment viel beruflich unterwegs. Das war nice, aber ein recht entspannter Abend. Nächste Woche geht es auch mal wieder in den Proberaum … soll ja nicht mehr ganz so heiß sein.

Mein Sommer-Urlaub ist damit auch rum. Nächste Woche muss ich mich erstmal wieder an die Arbeit gewöhnen und ansonsten ist im Garten noch so einiges angefallen, mehr Musik wäre auch mal wieder nicht schlecht. Leider habe ich das Gefühl, dass mein betagter Laptop langsam schlapp macht. Er wird in letzter Zeit richtig schnell heiß, ohne große Belastung. Vielleicht liegt es ja echt nur an der Hitze im Haus. Ich hoffe … etwas Neues war für dieses Jahr noch nicht geplant.

Lesetipps

Minimalism

The Attention Diet

Mein persönlicher Testbericht zu der Canon Eos 550D – oder, wer kauft sich denn eine so alte Kamera?

Retro-Kameras sind ja gerade wieder chic – eigentlich schon länger. Aber mit Retro-Kameras meine ich wirklich alte Kameras, solche die schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben und die ihre Blütezeit in den 60ern, 70ern und 80ern des letzten Jahrhunderts hatten. Außerdem sollte es sich hierbei um analoge Filmkameras handeln – total hip! Steh‘ ich auch drauf.

Nicht umsonst bauen viele Hersteller ihre aktuellen spiegellosen Systemkameras genau nach diesen Vorbildern (Fuji, Olympus, …). Auch wenn diese digital funktionieren, sehen sie zumindest retro aus. Was ist aber mit einer Kamera, die ungefähr neun Jahre alt ist? Ziemlich uncool, eigentlich. Die Canon EOS 550D ist genau solch eine Kamera. Die Markteinführung war im Frühjahr 2010 und der Neupreis lag damals bei 800-900 Euro.

Der Sensor verfügt über ganze 18 Megapixel und das Teil ist komplett aus Plastik … füllt sich zumindest so an. Der aktuelle 2nd-Hand Guide 2019/2020 des foto Magazins schreibt, dass der Straßenpreis momentan bei 120,- Euro liegt. Nach einer Recherche meinerseits liegt der Body-Preis bei ebay im Schnitt bei ca. 140-150 Euro. Ich habe einen gut erhaltenen Body inklusive Kit-Objektiv (18-55mm) und Telezoom (75-300mm) für 180,- Euro bekommen.

Vor einigen Jahren besaß ich schon eine 550d (oder Rebel T2i, wie sie in Amerika heißt) und es war meine letzte DSLR, die ich – nachdem ich sie Fallen ließ – defekt verkauft hatte. Ich mochte diese und daher ist solch ein Modell nun wieder in meinem Besitz. Ich sehe einfach nicht ein, warum ich für ein Hobby gleich zwischen 500 und 800 Euro für ein aktuelles Model ausgeben soll – in der Hoffnung, dass diese gebrauchte Kamera nicht nach einigen Wochen den Geist aufgibt.

Aktuelle Modelle dieser gehobenen Einsteigerklasse von Canon verfügen über 24 Megapixel, das macht für mich keinen großen Unterschied. Der Sensor der 550D ist ein DIGIC 4 CMOS Sensor und das aktuelle Modell verfügt bereits über einen DIGIC 7 CMOS Sensor. Das sagt zwar nichts über die Bildqualität, aber hinsichtlich Autofokus und Prozessorgeschwindigkeit … kann ich aber mit leben. Ok, beweglicher LCD Bildschirm wäre gut und der Autofokus könnte etwas schneller sein, aber das wäre mir nicht so viel Geld wert.

Nach dem Kauf hatte ich die 550D gleich mit an der Ostsee, zusammen mit dem berühmten 18-55mm Kit-Objektiv. Wieder zuhause am Rechner kam dann schnell die Ernüchterung. Auch wenn meine Fuji X-M1 ebenfalls schon zum alten Eisen gehört, sind die Bilder mit Fuji’s Kit (16-50) schon qualitativ höher, was Schärfe angeht. Das liegt aber auch am Bildstabilisator des Fuji Glases. Mein Canon Pendant verfügt über keine Stabilisator. Außerdem sehen die Bilder out-of-cam bei der Fuji schon netter aus, weil diese ein paar Film Presets an Bord hat.

Aus diesem Grund war meine erste zusätzliche Anschaffung für die Canon das berühmte „Nifty Fifty„, das günstige 50mm f1.8 Festbrennweiten-Objektiv von Canon, dass es mittlerweile in der dritten Generation gibt. Für gut 100 Euros ist dieses Objektiv unschlagbar. Ohne Frage eine Plastikdose, die man auf keine Fall fallen lassen sollte, aber für den Preis bekommt man keine bessere Bildqualität.

Damals besaß ich die zweite Generation, dass 50mm f1.8 II und Canon hat die neueste Inkarnation definitiv verbessert. Es sieht wertiger aus, verfügt zumindest an den empfindlichen Stellen über etwas Metall und der Motor ist leiser geworden (ein Segen). Dies Glas kann ich ohne Frage empfehlen.

Das Telezoom (75-300mm) habe ich noch nicht wirklich ausgiebig getestet, weil solch ein Zoom bei mir fast nie zum Einsatz kommt.

Des Weiteren mag ich die Videofunktionen der 550D. Auch wenn FullHD Video schon lange Standard ist (eigentlich schon 4K), war das vor neun Jahren noch nicht unbedingt überall der Fall. Man kann zwar nur 12 Minuten am Stück aufnehmen und der Aufnahmechip wird auch schnell mal heiß, aber die Tatsache, dass man in 30fps oder auch 24fps aufnehmen kann, gefällt. Außerdem gibt es einen externen Mikrofon-Eingang, was auch nicht selbstverständlich ist.

Und die Haptik? Ganz wichtig ist für mich auch, wie die Kamera in der Hand liegt und wie sie sich bedienen läßt. Die Canon EOS Reihe ist nicht wirklich „schön“, aber sie lassen sich einfach gut halten beim Fotografieren. Auch wenn die 550D eine Plastikkamera ist, hat sie an gewissen Stellen einen rauen gummiartigen Überzug, der sich gut anfühlt und einem Halt gibt. 😉

Die Tasten liegen an der richtigen Stelle und man verstellt eigentlich nicht ganz aus Versehen. Der LCD Bildschirm ist angenehm groß und im 3:2 Format. Der Sucher ist nichts Besonderes – wenn ich hier an den Sucher der Olympus OM-1 denke … Aber es gibt zumindest einen und das ist gut.

Wie gesagt, ich mag diese etwas betagte digitale Spiegelreflexkamera. Man bekommt ausreichend Technik und Komfort zum kleinen Preis und wenn man dann noch das günstige 50mm Objektiv von Canon dazu kauft, hat man ein Setup für knapp 250 Euro, dass ich jedem Einsteiger und auch ambitionierten Hobbyfotografen nur ans Herz legen kann. Empfehlenswert ist allerdings beim Gebrauchtkauf zu wissen, wieviele Auslösungen die Kamera hinter sich hat, weil irgendwann die Mechanik aufgibt. Es gibt Tools für PC oder Mac zum Auslesen der Auslösungen, wenn diese in Richtung 10.000 gehen würde ich auf jeden Fall vom Kauf abraten.

Falls dann die Ansprüche doch irgendwann noch steigen, kann man immer noch hochwertige Gläser dazu kaufen. Denn ein anständiges Objektiv ist immer noch wichtiger als die Kamera dahinter.

Einige schnelle Beispielaufnahmen der Canon EOS 550D:

50mm | f4.0 | 1/80sek | ISO200
50mm | f2.8 | 1/160sek | ISO100
50mm | f1.8 | 1/2000sek | ISO100
50mm | f1.8 | 1/500sek | ISO100
35mm | f20.0 | 1/200sek | ISO100

55mm | f20.0 | 1/80sek | ISO640

Ernährungsumstellung – Experiment #02 Log

Am 22.07.2019 habe ich beschlossen meine Ernährung drastisch umzustellen … zum Besseren, denke ich – zunächst erstmal für mindestens 21 Tage. Was danach kommt und wie es läuft sieht man hier.

Schon nach nichtmal einer Woche habe ich das Experiment abgebrochen. Abgefahren, wie schwach der eigene Wille manchmal ist.

Tag 01

Völliger Fehlstart … um 10.00h schon abgehakt. Läuft bei mir…

Tag 02

Reboot. Nochmal von vorne. Heute war es so extrem heiß, dass ich dem McFlurry um 15.00h nicht widerstehen konnte. Fängt echt gut an.

Tag 03

Schon besser, morgens gab es nur Obst, mittags ein Eintopf aus Fenchel, Linsen und Curry (fein, fein) und nachmittags dann doch eine Limo. Abends etwas Vollkornbrot, allerdings mit Aufschnitt. Ich bin kurz davor das Ganze sein zu lassen…

Tag 04

Ok, das kriege ich im Moment absolut nicht so auf die Reihe, wie ich es eigentlich geplant habe … abgebrochen.

Wie war die Woche? – KW 29

Die meisten Tage dieser Wochen haben wir zu viert an der Ostsee verbracht, genauer gesagt auf Fehmarn. Das war herrlich, auch wenn das Wetter nicht allzu nett war. Interessant war, dass es dort auch einen Jimi Hendrix Gedenkstein gibt. Anfang September 1970 hatte er dort seinen letzten Festival-Auftritt bei dem Love-And-Peace-Festival und sein letzter Auftritt war dann zehn Tage später in einem Jazz Club in London.

Google Maps Fehmarn…

Und genau da, wo damals die Bühne des Festivals stand, steht heute ein Gedenkstein mit Hendrix‘ Stratocaster reingemeißelt. Logischerweise mussten wir da gleich hin. Leider hatte ich da meine Kamera nicht dabei.

Auf dem Rückweg durch Schleswig Holstein haben wir dann noch den einzigen Baum mit einer eigenen Postanschrift besucht. Die Bräutigams-Eiche bei Eutin. Die Briefe, die dorthin geschickt werden, findet man in einem großen Astloch, dass man über eine Leiter erreicht. Die Briefe kann jeder lesen.

Immer noch auf dem Heimweg von der Ostsee machten wir einen weiteren Zwischenstopp in Bremen, in einem Mediamarkt. Der Grund dieses Aufenthalts ist mir entfallen, aber dort gab es das letzte Sonic Youth Album „The Eternal“ auf Vinyl zu einem bezahlbaren Preis. Immer wenn ich im Netz danach gestöbert habe, war es unbezahlbar. Ein nettes Mitbringsel aus Bremen.

Wieder in Nordenham ging es es erst einmal in den Garten zum Entspannen, Grillen und Rasenmähen und am nächsten Tag an die Nordsee, für einen direkten Vergleich. 1:0 für die Ostsee. Sehr empfehlenswert ist die neue Adventure-Golf Anlage in Burhave.

Am Samstag Abend war Filmabend auf dem heimischen Sofa und wir haben (für mich zum zweiten mal) das Wes Anderson Meisterwerk „Isle Of Dogs“ geschaut. Großartig, selbst die Kinder fanden den gut.

Heute war dann nochmal Kinotag. Der neue Spiderman … war ganz ok. Morgen beginnt dann die letzte Urlaubswoche und Ernährungsumstellung…

Lesetipps

Why the Depth Year Was My Best Year

Abracadabra – The Complete Story of the Beatles‘ Revolver (free ebook)

Shot on iPhone – Christopher Anderson (großartiges Video über die Nutzung der Dinge, die man zur Hand hat, Licht und Found Objects), man muss ja nicht zwingend mit einem Smartphone fotografieren).

Time Flies

77 Life Rules For Photographers

The Return of the Fujifilm X-M1

Noch vor gut einer Woche war ich der Meinung, dass die Fuji Kamera mir nicht mehr gut genug ist. Ich habe mir kurzerhand eine alte, gebrauchte Canon 550D mit 2 Standard-Objektiven bestellt, diese dann mit in den Urlaub genommen und bin etwas enttäuscht. Die Bilder waren nicht von der Qualität, die ich von der 550D gewohnt war. Alles liegt irgendwie hinter einem Schleier und ist nicht so knackig scharf, entweder sind die Objektive echt so kacke oder die Kamera müsste mal vernünftig gereinigt werden.

In den letzten Tagen habe ich deshalb die Fuji wieder vom Regal geholt und damit etwas fotografiert und das ist schon ein anderer Schnack, selbst mit dem Kit-Objektiv (16-55mm). Manchmal sollte man sich einfach mit dem zufrieden geben, was man besitzt. Das spart Geld und Nerven.

Vorgestern habe ich dann auch meine alten Analog-Objektive meiner alten Canon A-1 wiedergefunden. Dafür hatte ich damals Fuji-Adapter besorgt, kam aber mit dem manuellen Fokussieren nicht so zurecht. Das habe ich jetzt nochmal im Garten getestet und probiert und mittlerweile klappt es einigermaßen und ich bin begeistert. Ich habe ein Canon FD 50mm 1:1.4 und ein Tokina FD 135mm 1:2.8. Das sind schon recht gute Gläser, zumindest verglichen mit dem Plastik-Kit-Objektiv.

Solche guten Ergebnisse konnte ich mit der Canon 550D nicht erzielen. wie gesagt, ich werde diese nochmal gründlich reinigen und eventuell meinem Sohn geben oder sogar wieder verkaufen. Allerdings vermisse ich den Sucher trotzdem noch 😀 Eventuell käme dann noch eine gebrauchte Fujifilm X-T1 oder X-T10, denn diese verfügen zumindest über einen elektronischen Sucher. Hoffentlich wird das nicht wieder so ein Schuss in den Ofen 😉 Aber vielleicht bin ich ja im Moment auch nur so ein nerviger Pixelgucker … das kann man mal haben.

Ein tiefes anstelle eines breiten Jahres

Vor ein paar Monaten habe ich im Blog von David Cain, Raptitude.com, den Artikel über ein tiefes Jahr entdeckt. Gestern ist mir diese Idee wieder in den Sinn gekommen und ich glaube es ist eine wirklich gute Idee.

Ein tiefes Jahr wäre ein Jahr, in dem man sich keine neuen Gadgets kauft, kein neues Hobby beginnt, keine neuen Platten oder Bücher. Es wäre ein Jahr, in dem man das vertieft, was man schon hat: Endlich die schwierigen Akkorde auf der Gitarre lernen, Photoshop wirklich beherrschen, das Buch über Gödel, Escher und Buch nochmal intensiv lesen und verstehen, die Kamera ausschließlich manuell bedienen oder auch sein Songwriting auf’s nächste Level bringen.

Im Zeitalter des Konsums und des Internets ist es zu einfach geworden sich ständig mit neuen Dingen zu beschäftigen, man hat für zehn Euros im Monat Zugriff auf nahezu alle Musikalben der Welt in digitaler Form, der Kindle wird immer voller, Instagram und Twitter inspirieren immerzu zu neuen Aktivitäten… Man geht immer mehr in die Breite (nicht unbedingt physisch) und immer weniger in die Tiefe.

Es geht sicherlich vielen so, dass man lieber etwas Neues beginnt, wenn die derzeitige Leidenschaft zu anstrengend wird. Wenn die neue Programmiersprache mühsam wird, suche ich mir eine andere. Wenn ich eine Akkordfolge immer und immer wieder wiederholen muss, um sie zu verinnerlichen, lasse ich es lieber und wenn das Buch über das Songwriting der Beatles zu musiktheoretisch wird, lege ich es erstmal weg.

Aber wie befriedigend muss ein Jahr sein, in dem man sich nicht ständig anderen Dingen zuwendet, wenn es etwas mühsamer wird. Wenn man bei seinen momentanen Leidenschaften bleibt und diese wirklich mal vertieft. Wenn man endlich mal ein experimentelles Pop-Album aufnimmt, anstatt sich ständig mit neuer Musiksoftware abzulenken … ja, ich höre ja schon auf persönliche Beispiele aufzuzählen, die mich selbst wurmen…

Es geht darum sich die Sucht nach ständigen Kicks abzugewöhnen, die man erfährt wenn man hochmotiviert neue Dinge beginnt. Heutzutage ist es zu einfach, ständig etwas neues zu finden, lesen oder kaufen. Jeder liebt etwas Neues. Aber macht dieses impulsive Verhalten zufrieden oder glücklich?

Industrie, Marketing und Werbung sind natürlich darauf aus, dem Konsumenten ständig etwas Neues anzubieten und neue Wege zu verkaufen – neue Möglichkeiten, Bücher, neues Zeugs. Kein Marketing-Stratege will, dass man sich zu viel mit dem beschäftigt, was man bereits erworben hat. Wenn man die Liebe zu etwas aufrecht erhält, für dass man bereits Geld ausgegeben hat, gibt man keines für neuen Krams aus.

Ich persönlich besitze zwei Gitarren, eine DAW, Photoshop, eine Kamera und einige Platten. Würde man mich mit diesen Dingen für einige Zeit in eine Gefängniszelle stecken, wäre ich irgendwann ein richtig guter Gitarrist, hätte etliche Songs aufgenommen und könnte meine digitalen Fotos auf professioneller Ebene bearbeiten. Genauso, wie ich es mir in meiner Fantasie ausgemalt habe, als ich diese Dinge erworben habe.

Im Grunde bietet nur ein Instrument, wie beispielsweise die Gitarre, unendlich viele Möglichkeiten sich musikalisch auszudrücken. Man könnte sich sein ganzes Leben nur damit beschäftigen, was sicherlich auch schon einige bewiesen haben. Allerdings kann man diese Tiefe nicht erreichen, wenn man seine Aufmerksamkeit nicht fokussiert und sich ständig von neuen Dingen ablenken und beeindrucken lässt.

Man könnte sich nun fragen, warum? Warum sollte ich mich nicht ständig neu inspirieren lassen, neue Hobbies ausprobieren, soviel neue Musik wie möglich konsumieren und die coolsten und neuesten Gadgets kaufen, wenn ich es mir doch leisten kann?

Ich denke und habe es am eigenen Leib erfahren, dass man sich irgendwann einfach schlecht fühlt, wenn man etwas nicht durchgezogen hat, wenn man etwas nie zu Ende bringt, und wenn man nie das Level erreicht, dass man sich beim Starten einer neuen Aktivität noch ausgemalt hat.

Die ungelesenen Bücher im Regal könnten einen schon positiv verändern, wenn man sie denn endlich mal zu Ende liest und vielleicht auch ein zweites oder drittes mal. Man könnte Motivationsschübe erfahren, wenn man endlich neue Levels im Spielen eines Instruments erreicht, anstatt ständig ein Neues zu beginnen. Es sind diese kleinen Momente, in denen etwas schwierig oder langweilig erscheint, wo man sich entscheiden muss, ob wenn den einfachen weg geht und etwas Neues sucht, oder ob man endlich weiter in die Tiefe geht.

Solange man sich nicht einfach in einen Raum einschließt, mit einer Gitarre und einem Laptop mit nur einer Recordingsoftware darauf, muss man sich einfach Grenzen setzen und weniger Freiraum zum Suchen nach Neuem. Und wenn man tiefer gräbt, findet man sicherlich wertvollere und bessere Dinge, als wenn man immer nur an der Oberfläche sucht.

Nordsee…

Ja, auch nett … aber die Ostsee ist dann doch noch etwas schöner 😉

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Thema von Anders Norén.