Mein Weg zu Linux…

Über den Atari 600/800XL, Commodore 128D und Commodore Amiga 500 bin ich 1997 zum PC gelangt, der damals noch mit Windows 95 ausgeliefert wurde. Es war übrigens ein Intel Pentium Prozessor mit 200MHz, 2GB Festplatte und 16MB Arbeitsspeicher. Kurze Zeit später gab es Windows 98 und dann Windows 2000.

Anfang der 2000er Jahre, im Informatikstudium in Bremerhaven, kam ich das erste mal mit Linux in Berührung und ich habe mir für meinen Desktop mal die SuSE Linux Distribution in der Version 8.1 (2002) auf 2 CDs mit Handbuch und Verpackung gekauft. Ich hatte auf meinem Rechner zuhause aber diverse Treiberprobleme und fand den damaligen KDE Desktop auch nicht allzu prickelnd.

Ein paar Jahre später war ich mal wieder von Windows frustriert und habe das derzeit viel versprechende Ubuntu Linux auf meinem damaligen Sony Vaio Laptop (2008) installiert. Ich mochte den Gnome Desktop auf Anhieb und habe mich schnell an das Handling gewöhnt.

Das Betriebssystem habe ich dann ein paar Jahre lang für die Entwicklung von Web-Auftritten (HTML, CSS, PHP & Gimp) und allgemeinen Office Tätigkeiten genutzt. Ich hatte aber immer noch einen Windows Rechner zuhause stehen, da ich mit ihm Recordings für meine damalige Band gemacht habe. Und selbst bis heute sind Musikanwendungen unter Linux noch etwas seltener.

2011 etwa bin ich auf Apple umgestiegen und habe ausschließlich MacOS genutzt … für die nächsten 8 Jahre. Es hat tatsächlich lange gedauert, bis ich die Nase voll hatte von deren Update-Politik. Davon mal abgesehen ist MacOS ein schönes Betriebssystem – wenn man den völlig überzogenen Preis für die Hardware mal außen vor lässt. Anfang 2020 habe ich mir wieder einen Windows Laptop gekauft, diesen nutze ich wieder für die Musik und mein altes Macbook (late 2012) bekam dann eine Linux Distribution verpasst…

Normalerweise ist es egal, welche Distribution man wählt und ich halte auch nicht viel von den Distribution Wars. Ich habe Manjaro Linux mit einem Gnome Desktop gewählt, weil diese Distribution schon in der Live-Version Treiber für das Wifi-Interface des Macbooks parat hatte.

Manjara Linux 2020 (Quelle: forum.manjaro.org)

Außer ein paar Ausflügen in der Vergangenheit, bin ich also recht spät zu GNU / Linux gekommen…

Linux ist nicht einfach nur Linux…

Wenn wir von Linux sprechen … sprechen wir von dem großartigen Betriebssystem, dass Linus Torvalds Anfang der 90er Jahre in die Welt hinaus schickte. Allerdings war (und ist) Linux – also der eigentliche Beitrag von Herrn Torvalds nur ein kleiner, allerdings wichtiger Beitrag des Betriebssystems, dass wir einfach mal Linux nennen.

Im Grunde ist Linux nur der Kern des Betriebssystems. Dieser Kern kommuniziert direkt mit der Hardware und verwaltet die Resourcen der laufenden Programme. Eine wichtige Aufgabe! Ohne diesen Kern würde dieses freie Betriebssystem nicht funktionieren … allerdings wäre es für die meisten ohne die restlichen Komponenten, die im Grunde nicht Linux sind, ebenfalls nutzlos.

Aber von vorne…

Richard Stallman, ein Programmierer, der in den 70ern genug hatte von proprietärer Software und sich energisch dafür einsetzte, dass Software frei bleibt … nicht unbedingt umsonst, aber frei! Frei, den Quellcode einzusehen, zu verändern und solche Veränderungen dann auch in Umlauf zu bringen.

Richard Stallman gründete dann die Free Software Foundation und fing Anfang der 80er Jahre an, ein eigenes, komplett freies Betriebssystem zu schreiben: GNU. Leider ist dieses an UNIX angelehnte OS nie ganz fertig geworden. Es fehlte immer ein Kern.

Unabhängig davon baute der Finne Linus Torvalds an einem UNIX-ähnlichen Betriebssystem, dass er später Linux taufte (nachdem ihm der Name Freax glücklicherweise ausgeredet wurde) und von dem er im Grunde „nur“ den Kern programmiert hat. Die freien GNU Tools, die er zusätzlich nutzte, machten seinen Kern zu einem kompletten Betriebssystem. Viele Nutzer glauben einfach, dass Linus Torvalds Anfang der 90er das komplette Betriebssystem, mit ein wenig Unterstützung der Community, entwickelt hat. Dem ist natürlich nicht so.

Das GNU Projekt

Wie bereits erwähnt wollte Richard Stallman mit seinen Mitstreitern ein komplettes, freies und an UNIX-angelehntes Betriebssystem schaffen und der Name sollte GNU sein. Alle wesentlichen Bestandteile waren Anfang der 90er fertig, es fehlte ein Systemkern. Unabhängig davon entwickelte Linus Torvalds einen Kern und nutzte die freien GNU Tools für sein Linux.

Aus diesem Grunde ist es eigentlich falsch Linux einfach nur Linux zu nennen, denn im Grunde heißt es nun mal GNU/Linux. Denn zum einen wurde das Projekt von Linus Torvalds erst durch die GNU Tools komplettiert und zum anderen wurde aus dem GNU Projekt erst ein Betriebssystem durch Linux.

Das mag wie Haarspalterei klingen und das ist es vielleicht auch. Aber es sollte einem schon bewusst sein, dass auch andere Leute wichtige Beiträge für GNU/Linux geleistet haben.