Solus OS Budgie 4.3 – Ein schnelles schickes Linux für den Umsteiger?

Gestern morgen habe ich noch kurz einen Blick auf die Linux Distribution Solus OS geworfen. Ich habe lediglich die Live Version getestet und nichts installiert. Solus ist eine eigenständige Distribution, d.h. sie basiert nicht auf Ubuntu oder Arch, wie die meisten ihrer Kolleginnen. Solus hat sogar einen eigenen Desktop mit dem Namen Budgie entwickelt, der mittlerweile von vielen anderen Distributionen genutzt wird.

Das Live Image der Budgie Version ist 1.9GB groß und startet ohne Probleme vom USB Stick. Ich war überrascht, wie schnell sich der Desktop vor mir auftat. Alles fühlt sich richtig snappy an. Ich konnte nirgends irgendwelche Lags feststellen, selbst bei der Live Version. Solus gibt es natürlich noch mit anderen Desktopumgebungen, wie bspw. Gnome oder KDE. Die Images dazu findet man ebenfalls auf der Downloadseite.

Das System kommt mit ausreichend Software für den Einstieg. Alles, was man für den Alltag braucht ist da: Firefox, Thunderbird, Text-Editor, Libre Office, Rhythmbox, Gimp, etc… Für die Installation weiterer Software gibt es das obligatorische Software Center.

Da Solus komplett unabhängig entwickelt wurde, kann man nicht erwarten, dass die Repositories für weitere Software auch nur annähernd so reich gefüllt sind, wie die von größeren Distributionen. D.h., wenn man speziellere Software sucht, wird man diese wohl per Hand installieren müssen. Selbstverständlich kann man seine Software auch im Terminal installieren: sudo eopkg install <packagename>

Das Aussehen und Verhalten der „Taskleiste“ am unteren Bildschirmrand erinnert ein wenig an Windows und wird Umsteigern erfreuen. Links finden wir das Menü, welches sehr aufgeräumt ist.

… und auf der rechten Seite befinden sich die üblichen System-Icons: Netzwerk, Lautstärke, Bluetooth, Uhrzeit, Batterie, Herunterfahren etc. und Raven, eine Infoleiste in der man am rechten Bildschirmrand den Kalender, Notifications und anderes Zeugs angezeigt bekommt.

In den Systemeinstellungen kann man schnell und einfach diverse Dinge einstellen. Es gibt eine gute Auswahl an Desktop Wallpapers, man kann die Taskleiste platzieren und das Aussehen ändern, man kann sogar weitere Taskleisten anlegen und verschiedene Applets darauf platzieren.

Alles in allem ein rundes, nettes Betriebssystem, dass ich im Grunde jedem ans Herz legen kann. Mich wundert es immer wieder, dass sich so viele Nutzer, die wirklich nur im Netz surfen, ihre Emails abrufen und mal einen Film schauen, sich immer noch mit Windows rumschlagen. Mittlerweile gibt es so viele gute Linux Desktop Distributionen, die man problemlos sofort benutzen kann.

Das Einzige, was mich etwas an Solus gestört hat, ist das Standard-Theme des Desktops. Das OS startet zunächst im Dark-Modus, der mir persönlich etwas zu dark ist. Im Terminal hatte ich Probleme etwas zu erkennen (Die Schrift war auch viel zu klein, ebenso im Text-Editor).

In den Einstellungen kann man das Theme auf light umstellen, was in der Live-Version aber nicht funktionierte. Wie gesagt, ich habe nichts installiert, daher will ich das nicht verurteilen. Andere Themes konnte man in den Einstellungen nicht so ohne Weiteres installieren, möglicherweise geht das aber an anderer Stelle.

Wen das nicht stört, oder wer keine Probleme damit hat zu recherchieren, wie man das Aussehen des Desktops anpassen kann, dem kann ich Solus nur ans Herz legen.

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