Archcraft OS – ein wunderschönes, minimalistisches Arch Linux für jedermann…

Vor kurzem hat meine Tochter ein neues Notebook für die Schule bekommen und daher ist ihr betagtes Lenovo Ideapad von 2016 jetzt irgendwie überflüssig geworden. Es besitzt einen Intel Celeron Prozessor mit 1,8GHz und war anfangs mit 2GB RAM ausgestattet, den ich kurz nach dem Kauf auf 4GB aufgerüstet habe (wobei ich beinahe alles kaputt gebrochen habe). Der Bildschirm ist 14“ groß und das Teil ist ein übel verarbeitetes Plastiknotebook.

Nichtsdestotrotz funktioniert es noch und auch der Akku hält noch locker 4 Stunden. Ab Werk war Windows 8.1 installiert und das will ja nun wirklich keiner benutzen. Vor ein paar Tagen habe ich zufällig von einem Arch Linux mit vorinstalliertem Openbox Window Manager gelesen, dass perfekt zu diesem Laptop passen würde. Da keine Desktop Umgebung wie Gnome oder KDE installiert ist, soll Archcraft OS recht gnädig mit der Hardware umgehen.

Zuvor hatte ich Manjaro Linux mit Gnome auf dem Notebook angetestet, aber damit war die alte Mühle etwas überfordert. Daher habe ich mir die 1,7GB große ISO von Archcraft heruntergeladen und das Ideapad damit gebootet. Ich benutze übrigens Etcher zum Erstellen eines bootfähigen USB-Sticks.

Alles funktionierte auf Anhieb (WiFi, Audio) und daher habe ich das Betriebssystem sofort installiert. Seit einigen Wochen besitzt Archcraft OS den typischen Manjaro Installer Calamares, der die Installation zum Kinderspiel macht. Nach einigen Minuten kann ich den Rechner neu starten und nach relativ kurzer Bootzeit (wenn man bedenkt, dass die Hardware nicht die Schnellste ist) erstrahlt Archcraft in voller Pracht:

Willkommen…

Gleich nach dem ersten Start habe ich im Terminal das Programm htop ausgeführt, um zu schauen welche Resourcen verbraucht werden. Auf der Website wird angegeben, dass das OS nur 200MB im RAM belegen soll. Das kann ich so nicht ganz bestätigen, aber es verbraucht wesentlich weniger, als bspw. ein Gnome Desktop

Ein Blick auf neofetch verrät einige Details zur Installation:

ArchCraft verfügt über einige vorgegebene Themes, die allesamt wirklich nett aussehen. Die Auswahl der Wallpapers ist recht schön und es ist ja auch ein Leichtes einen eigenen Hintergrund einzusetzen. Ich mag die Leiste des Openbox Fenstermanagers und besonders die eingesetzte Schriftart. Somit sieht der Desktop schön, aber auch etwas geeky aus.

Wer noch nie Openbox benutzt hat, wird sich hier trotzdem recht schnell zurechtfinden. Mit der Super-Taste (Win) oder dem Launcher Icon oben links in der Leiste ruft man den Launcher auf, wo alle installierten Apps aufgeführt sind (sortiert nach Häufigkeit der Benutzung). Der Launcher dient gleichzeitig als App-Suche, was den Start von bestimmten Programmen wirklich beschleunigt.

Wer es lieber etwas aufgeräumter mag, der klickt einfach mit der rechten Maustaste auf den Desktop und kommt somit in das typische Openbox Menü, wo alle Apps und Einstellungen schön sortiert aufgelistet sind.

Als Dateimanager ist Thunar installiert, oder man nutzt den Terminal-Dateimanager Ranger, der schnelles Navigieren im Dateisystem ermöglicht.

Was soll ich sonst noch schreiben? Ich empfehle nach der Installation des Systems sofort Pamac (grafischer Paketverwaltung) zu installieren und dort dann das User Repository AUR zu aktivieren. Somit bleibt kaum noch ein Wunsch offen bei der Installation weiterer Apps.

Ich hatte bisher keine Probleme mit der Installation irgendeiner Software und die Hardware wurde auch auf Anhieb erkannt. Nur beim Starten der Live-Edition auf dem Macbook wurde der WiFi Adapter nicht auf Anhieb installiert. Hierbei handelt es sich nun mal um einen proprietären Treiber und da kann es schon mal Probleme geben…

Ansonsten gehört ArchCraft jetzt schon zu einer meiner Liebling-Distributionen.

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