Genug HTML, CSS & JavaScript für die eigene Website – 01: Wie das Web funktioniert

Das Internet ist ein internationales Netzwerk aus unzähligen miteinander verbundenen Rechnern. Das Ziel dieser Verbundenheit ist der Austausch von Informationen. Die Geburt des Internets fand eigentlich schon 1969 statt – damals hieß es noch Arpanet – als erstmals Großrechner zweier Universitäten der USA miteinander kommunizierten. Es gibt verschiedenste Wege, auf denen Computer verknüpft sein können: Email (POP3, IMAP, SMTP), Dateienaustausch (FTP), Secure Shell (SSH) und viele mehr. Diese standardisierten Methoden zum Dokumenten- oder Datenaustausch nennt man Protokolle.

Erst 1990 beschloss man das Netz auch außerhalb von Universitäten verfügbar zu machen und für kommerzielle Zwecke zu nutzen. Tim-Berners-Lee legte 1989 den Grundstein für das heutige Word Wide Web, indem er einen Hypertext-Dienst entwickelte, mit dem man einzelne Seiten miteinander verlinken konnte. Dies war nur ein weiterer Weg zum Dokumentenaustausch und das Protokoll dahinter nannte sich Hyper Text Transfer Protocol (HTTP). 1993 wurde dann der erste wirkliche Browser veröffentlicht (Mosaic) und das Web war geboren.

Die Abkürzung HTTP kommt einem sicherlich bekannt vor, denn sie steht nahezu vor jeder Web-Adresse.

Der Server

Die Computer, die all diese Webseiten anbieten oder servieren, nennt man dementsprechend Server. Also im Grunde ist die Software, die dies bewerkstelligt der Server und nicht der Rechner selbst. Die Aufgabe eines Servers ist es schlichtweg auf eingehende Nachrichten zu warten, die bestimmte Informationen anfordern und diese Informationen dann in Form von Webseiten zu senden.

Es gibt viele verschiedene Server Software, die Bekanntesten sind sicherlich Apache (Open Source Software) und Microsoft Internet Information Services (IIS). Jeder Computer oder jedes Gerät (Router, Smartphone, Auto, SmartTV, usw…), dass mit dem Internet verbunden ist, hat eine einzigartige numerische Adresse, die IP-Adresse (IP steht für Internet Protocol). Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels, hat mein Router z.B. die IP-Adresse 84.162.184.117.

Diese Nummern können schon etwas verwirrend sein und zum Glück müssen wir sie auch nicht zwingend auswendig lernen. Dafür gibt es den Domain Name Service (DNS). Dieser Service kann einer IP-Adresse einen aussagekräftigen Namen geben. Wenn wir also eine bestimmte Website im Web aufrufen wollen, müssen wir nicht die IP-Adresse des Servers in den Browser tippen, sondern den dazugehörigen Domain Namen.

Der Client

Der Webserver macht es also möglich, dass Webseiten im Web verfügbar sind. Auf der anderen Seite steht dann die Software, die diese Webseiten anzeigt und das ist in den meisten Fällen natürlich der Browser. Im Gegensatz zum Server ist der Browser ein Client und sitzt auf der empfangenen Seite der Verbindung. Neben Browsern gibt es aber noch andere Arten von Clients, wie z.B. Screenreader.

Wie vorhin schon erwähnt, laufen die Anfragen des Clients und die Antworten des Servers über das HTTP Protokoll. HTTP kann aber noch mehr, als nur Dokumente weiterzuleiten. Man kann darüber Audiodateien, Bilder, Videos, Dateien oder Skripte verschicken. All diese Daten sind in Normalfall Bestandteile einer Website oder Web-App.

Wenn man an Browser denkt, dann kommen einem als erstes Desktop-Programme in den Sinn, die man auf einem Bildschirm betrachtet (zumindest wenn man so alt ist wie ich). Lange Zeit war dies die einzige Möglichkeit im Web zu surfen. Die bekanntesten Browser sind sicherlich Firefox, Google Chrome, Safari, Internet Explorer, Edge und Opera. Heutzutage wird das Web aber zu mehr als 50% mit einem Smartphone genutzt. Mobile Browser wie Safari unter iOS oder Android- und Chrome Browser auf Android Geräten finden wir auf Smartphones und Tablets. Das Web mit einem Touchscreen zu besuchen ist mittlerweile die neue Norm.

Genauso kann man heute aber auch mit einem SmartTV oder einer Spielekonsole im Web browsen. Menschen mit eingeschränkter Sehkraft lassen sich Webseiten vorlesen oder vergrößern die Schrift. Menschen mit eingeschränkter Mobilität nutzen eventuell Joysticks oder andere Hilfsmittel um Links in einem Text zu benutzen. Websites müssen für jeden zugänglich sein, egal wie sie auf das Web zugreifen.

Ich will damit nur sagen, dass nicht jede Website für jeden Betrachter gleich aussieht – oder überhaupt gesehen wird. Wir, als Designer von Web-Auftritten, können nie wissen wer unsere Webseiten betrachtet und welche Hilfsmittel er dafür einsetzt.

Die Adresse einer Website (URL)

Jede Website oder sonstige Resource im Netz hat seine oder ihre eigene Adresse, auch URL genannt (Uniform Resource Locator). Heutzutage sehen wir URLs überall: Auf Visitenkarten, auf Schaufenstern, auf Heckscheiben von Autos und auf Bussen. Web Adressen sind komplett im modernen Leben integriert. Einige URLs sind kurz und prägnant, andere lang und voll mit Bindestrichen – unmöglich auswendig zu lernen. Aber jeder Teil dieser Adressen hat eine bestimmte Aufgabe:

http://www.tropone.de/2020/index.php

http://

Das erste was ein URL macht, ist das Protokoll festzulegen, welches für diese bestimmte Transaktion genutzt werden soll. Die Buchstaben http sagen dem Server, dass das Hypertext Transfer Protocol zum Einsatz kommen muss. Immer mehr sieht man auch das Kürzel https. Hierbei handelt es sich um das aktuellere und sicherere Protokoll, bei dem Informationen verschlüsselt werden.

www.tropone.de

Der nächste Teil des URL ist der Domain Name. In diesem Fall ist der Domain Name tropone.de. Der www-Teil am Anfang ist nur der Hostname. Dieser Hostname www ist eine Konvention, kein Muss und er kann vielfach auch einfach weggelassen werden. Es kann zum Beispiel auch mehrere Websites für eine Domain geben. Man spricht hierbei dann von Subdomains. strategien.tropone.de wäre zum Beispiel eine Subdomain von tropone.de.

/2020/index.php

Dies ist der Pfad zu der index.php Datei. Vom Hauptverzeichnis aus geht es in den 2020 Ordner und dort liegt die index.php Datei. Die Schrägstriche trennen die Ordner- und Dateinamen in dem URL voneinander. Da die Ursprünge der meisten Webserver im Unix-Betriebssystem liegen, hat man die Konvention der nach rechts geneigten Schrägstriche beibehalten.

Um das Ganze mal zusammen zu fassen: Der obige URL besagt, dass er gerne das HTTP Protokoll nutzen würde, um den Webserver mit dem Namen www.tropone.de zu besuchen. Dort möchte er die index.php Datei aufrufen, die sich im 2020 Ordner befindet, welcher im Hauptverzeichnis zu finden ist.

Vielfach sieht man aber meistens URLs in dieser Form: tropone.de. Diese sind einfach kürzer und prägnanter. Der Browser versteht auch diese kurze Schreibweise, weil nahezu jede Website das HTTP Protokoll nutzt (daher kann das weg gelassen werden. Es wird einfach vom Browser vorausgesetzt, wenn es nicht angegeben wird) und eine Datei muss auch nicht zwingend angegeben werden, da der Server automatisch nach bestimmten Standarddateien sucht (index.html, index.php, default.html,…).

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